Brüssel-Gespräch: „Ein Krieg zwischen autoritären Systemen und der Demokratie.“

Bei der Veranstaltungsreihe „Für uns in Brüssel. Mit uns im Gespräch.“ blicken wir gemeinsam mit unseren Vertreterinnen und Vertretern hinter die Kulissen der politischen Arbeit auf EU-Ebene. Nach den ersten beiden Terminen mit MEP Angelika Winzig, MEP Barbara Thaler, MEP Lukas Mandl und Patrick Voller von der EVP, folgte am 01. April das Gespräch zwischen dem Ersten Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments Othmar Karas und MEP Alexander Bernhuber. Thematisch ging es in diesem Gespräch, um die Einordnung des Angriffskrieges Russland auf die Ukraine und seine Folgen.

Auch bei diesem Gespräch waren der russische Krieg gegen die Ukraine und seine Folgen für Europa das beherrschende Thema. Othmar Karas strich gleich zu Beginn hervor, dass dieser Krieg kein Krieg zwischen Russland und der Ukraine sei, sondern ein Krieg zwischen autoritären System und der Demokratie. „Das ist eine Systemauseinandersetzung. Putin ist in die Ukraine einmarschiert, weil sie sich demokratisch entwickelt“, erklärte Karas zu den Motiven des russischen Präsidenten und sagte weiter: „Weil er nicht will, dass vor seiner Haustüre in einem Land mit russischen Bürgerinnen und Bürgern die Leute den Eindruck haben könnten, unser System ist besser als seines. Das ist ein Krieg gegen Europa und gegen die Demokratie.“ Karas prognostizierte, dass diese Auseinandersetzung unabhängig vom Kriegsausgang bleiben werde und plädierte für ein stärkeres Bewusstsein für den Unterschied dieser Systeme im täglichen Handeln und in der Gestaltung der Welt. Auch sprach er die direkt sichtbar gewordenen Schwächen Europas in einer nicht abgestimmten Außen- und Verteidigungspolitik an.

 

Alexander Bernhuber verwies auf das fragile System der Abhängigkeiten, das durch den Krieg sichtbar geworden sei und erklärte, die Auswirkungen des Krieges auf den globalen Lebensmittelmarkt. Er betonte zwar, dass die Lebensmittelsicherheit in Österreich und Europa gewährleistet sei, machte aber darauf aufmerksam, dass einzelne Produkte möglicherweise in Zukunft nicht mehr jederzeit verfügbar sein werden. „Wir sind weit weg von einer großen Versorgungskrise in Europa. Wir schaffen es gut uns selbst zu versorgen“, erklärte er. Es gäbe jedoch ein Umdenken in den Köpfen und die Menschen würden wieder anfangen sich Vorräte anzulegen. Auch die enorm große Rolle der Ukraine am globalen Getreidemarkt, strich Bernhuber hervor und deren fatale Folgen für Nordafrika.

 

Das ganze Gespräch können Sie hier nachsehen:

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