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Franz Schausberger übernimmt Karl von Vogelsang-Institut

Digitalisierungsoffensive und Erinnerungsdatenbank als neue Schwerpunkte.


Der Historiker und ehemalige Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger wird neuer ehrenamtlicher Präsident des Karl von Vogelsang-Instituts (KvVI), das sich der Erforschung der christlichen Demokratie in Österreich widmet. Der bisherige Leiter, Helmut Wohnout, widmet sich voll seiner neuen Aufgabe als Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs. Geschäftsführer wird der Historiker und Archivar Johannes Schönner.

Schausberger ist Universitätsprofessor für Zeitgeschichte an der Universität Salzburg und gilt als einer der bekanntesten Zeithistoriker Österreichs. Habilitiert hat er sich mit einer Arbeit über die Nationalsozialisten in den österreichischen Landtagen. Mehrere Publikationen zur Geschichte der Ersten und Zweiten Republik finden sich in seiner Bibliographie.

Das Karl von Vogelsang-Institut forscht im Bereich der Zeitgeschichte und führt ein umfangreiches Archiv, darunter auch das Parteiarchiv der Volkspartei und Nachlässe prägender Persönlichkeiten der Republik.

Als ersten großen Schwerpunkt will Schausberger die neuen Chancen der Digitalisierung nutzen: „Mir liegt vor allem daran, eine Digitalisierungsoffensive mit unseren einzigartigen historischen Dokumenten und Archivalien zu starten, um Wissenschaftlern und historisch Interessierten ihre Arbeit zu erleichtern und damit zu einer Demokratisierung und Öffnung des Wissenschaftsbereichs beizutragen."

Das erste in dieser Form veröffentlichte Dokument wird der Verfassungsentwurf der Christlichsozialen Partei aus dem Mai 1919 sein. Dieser Entwurf gilt als wegweisend für Demokratie und Föderalismus in Österreich. Ergänzt wird er um originale Protokolle verschiedener Organisationen zur Verfassungsdiskussion. Folgen wird eine digitale Quellenedition - eine Sammlung historischer Dokumente - zur österreichischen Parteiengeschichte in der Zeit von 1945 bis 1953. Diese Sammlung wird über 1.000 Seiten an bisher nicht veröffentlichten Dokumenten aus nicht allgemein zugänglichen Beständen enthalten. Erstmals werden diese originalen Quellen damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ein weiteres neues Projekt wird eine "Erinnerungsdatenbank" sein. Das historische Schriftgut des Archivs soll so durch persönliche Lebenserinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ergänzt werden. Der erste Aufruf zur Sammlung solcher Erinnerungen wird dem Thema „Meine Erinnerungen an den Ostblock und den Eisernen Vorhang“ gewidmet.

Beheimatet ist das Karl von Vogelsang-Institut am Campus der Politischen Akademie der Volkspartei. Politische-Akademie-Präsidentin Bettina Rausch gratuliert Schausberger zu seiner neuen Aufgabe und betont die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit: "Die Politische Akademie ist das Wertezentrum der Volkspartei, wir pflegen die Wurzeln unserer Partei und unserer Weltanschauung. Die historische Kompetenz und das beeindruckende Archiv des Karl von Vogelsang-Instituts sind uns darin wichtige Quelle und Unterstützung."

Berichterstattung in "Die Presse" (03.05.2020, Premium-Zugang erforderlich)
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