Themen-ImageRückblick auf den Politik-Lunch "Digitalisierung": Mit mehr Selbstvertrauen zum Innovationsführer

Rückblick auf den Politik-Lunch "Digitalisierung": Mit mehr Selbstvertrauen zum Innovationsführer

Beim Politik-Lunch zum Thema Digitalisierung der Politischen Akademie gab es Expertise aus erster Hand zum Mittagessen. Digitalisierungsexperte Michael Hirschbrich und General Managerin von Microsoft Österreich Dorothee Ritz diskutierten im Restaurant Veranda über Chancen und Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt und wie die EU mit etwas Mut wieder Innovationsführer werden kann.

Innovationen in Künstlicher Intelligenz können der Nutzenbringer schlechthin für die Gesellschaft sein, sei es im Gesundheitswesen, in der Mobilität oder generell in Dienstleistungen an die Gesellschaft. Für den Geschäftsführer eines auf künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmens, Michael Hirschbrich, sind hier eindeutige Rahmenbedingungen für die Entwicklung wichtig. Einerseits sollten sich Unternehmen an klare ethische Richtlinien halten und andererseits müssten Möglichkeiten und Gefahren ganz einfach erklärt werden. Künstliche Intelligenz zu erschaffen sei ein langwieriger Prozess, bei dem es technisch enorm aufwendig sei, Genauigkeitsraten von annähernd 100 % zu erreichen. Ritz und Hirschbrich sehen beide ein zu lange andauerndes Zögern der EU, europäische Technologie zu fördern und voranzutreiben. Europäische, vorurteilsfreie ethische Standards sollten  weltweit etabliert werden. Der Umsatz internationaler digitalisierter Unternehmen wachse zurzeit exponentiell, dabei dürften aber die Menschen nicht vergessen werden, die auf diesen Transformationsprozess mitgenommen werden müssten. Als Beispiel sieht Hirschbrich eine massenhafte Zerstörung von Arbeitsplätzen als nicht sehr wahrscheinlich. Es wird jedoch neue Jobs geben, wichtig sei es, dafür bereit und ausgebildet zu sein. Die Gesellschaft solle sich auch außerhalb der Schulen in Eigenverantwortung weiterbilden können. Bildung müsse neu gedacht werden, Dorothee Ritz fordert mehr Ausgaben für Bildung und ganz deutlich mehr Mut der Europäischen Union, Forschung und Innovation zu fördern, damit Europa unabhängig wird und mit amerikanischer und asiatischer Technologie mithalten kann. Darüber hinaus seien vom Staat oder der EU vorgegebene ethische Richtlinien enorm wichtig, um die Entscheidung von den einzelnen Unternehmen wegzunehmen.

Auf die Kernpunkte Arbeitsplatz und Umfeld, Mobilität, Flexibilisierung und Kundengewinnung haben Schritte der Digitalisierung und Datensammlung so starke Auswirkungen, dass sie sich sehr stark umgestalten. Vor allem in Betracht auf Datenschutz sind hier ebenso wie bei der Künstlichen Intelligenz klare ethische Linien wichtig. Für Hirschbrich geht es eindeutig darum, dass der Nutzen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch Konsumentinnen und Konsumenten an erster Linie stehen müsse. Dorothee Ritz lobt die DSGVO der Europäischen Union mit Vorbehalten und der Begründung, dass bei der geschäftlichen Verwendung die Integrität der Daten geschützt blieben. Zurzeit bedeute die DSGVO für Europäische Unternehmen noch einen Wettbewerbsnachteil, da grundsätzlich eine Verwechslung zwischen der Integrität der Daten und deren Nutzung vorliege. Mit einer Anpassung und dem richtigen ethischen Ausleben dieser Datenschutzgrundverordnung sei für Ritz eine weltweite Ausdehnung erstrebenswert, wodurch endlich eine transparente Gestaltung von Datenspeicherung und Datenökonomie möglich wäre. Infolgedessen solle es auch für die breite Masse an Unternehmen möglich sein, vom ethisch korrekten Umgang mit Daten zu profitieren, was bisher eher ein Vorrecht der größten Konzerne war.

Der Experte und die Expertin sehen ein deutliches Überwiegen der Nutzen, die Digitalisierung mit sich bringt und sprechen sich für klare ethische Regeln aus, um dies auch in Zukunft zu gewährleisten.

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