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Grundlagen und Motive der Wahlentscheidung 2017

von Univ.-Prof. Dr. Fritz Plasser und Dr. Franz Sommer

Die Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 war eine Richtungsentscheidung. Der Forschungsbericht von Univ.-Prof. Dr. Fritz Plasser und Dr. Franz Sommer vermittelt erste Einblicke in die Dynamik und Motive eines außergewöhnlichen Wahlereignisses.

Erstmals in der neueren Wahlgeschichte ist es dem zweitstärksten Partner einer bestehenden Koalition gelungen zur stimmen- und mandatsstärksten Kraft aufzusteigen. Erst zum dritten Mal in der neueren Wahlgeschichte wurde ein amtierender Kanzler am Wahltag abgewählt (1970 Josef Klaus, 2006 Wolfgang Schüssel, 2017 Christian Kern). Noch bei keiner Wahl der neueren Wahlgeschichte waren die Wähler so mobil und parteiungebunden wie bei der Nationalratswahl 2017. Noch bei keiner Nationalratswahl der neueren österreichischen Wahlgeschichte hat taktisches und koalitionstaktisches Wählen eine so große Rolle gespielt wie 2017. Nur bei wenigen österreichischen Nationalratswahlen wurde der Wahlkampf so hart und kompetitiv geführt wie 2017. Noch bei keiner Nationalratswahl der neueren Wahlgeschichte war die Berichterstattung der Massenmedien so intensiv und dicht wie 2017. Noch bei keiner Nationalratswahl haben Internet und Soziale Medien eine so starke Bedeutung gehabt wie 2017.

Am 15. Oktober haben rund 36 Prozent der Wähler eine andere Partei gewählt als bei der Nationalratswahl 2013. Dies ist der bislang höchste Wechselwähleranteil bei einer Nationalratswahl.

Für den Forschungsbericht wurden 2.000 deklarierte Wählerinnen und Wähler zwischen 11. und 14. Oktober befragt.

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